Zur Qualität wissenschaftlicher Zeitschriften

 

Wie kann ich beurteilen, ob eine wissenschaftliche Arbeit, die ich zitieren will, gut ist? Hier gebe ich dir Hintergrundwissen an die Hand, wie Zeitschriften in der Wissenschaft eingestuft werden.

Die Spreu vom Weizen trennen

Auch wenn du überwiegend Artikel aus wissenschaftlichen Zeitschriften – Journals – zitierst, heißt das immer noch nicht, dass es sich hier um Spitzenforschung handelt. Auch bei den wissenschaftlichen Journals gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede der veröffentlichten Beiträge. Wissenschaftler wissen in der Regel, welche Journals als „Top-Journal“ auf ihrem Gebiet einzuordnen sind. Wie kannst du als Anfänger die Qualität von Zeitschriften beurteilen?

Rankings zur Beurteilung der Journal-Qualität

Du kannst verschiedene Rankings heranziehen, ob herauszufinden, wie die Qualität einzelner Journals in deiner Disziplin einzustufen ist. Als Faustregel gilt: je besser das Journal eingestuft ist, umso mehr kann ich vertrauen, dass ein Manuskript hohe Kriterien erfüllt. Du kannst also diese Information als Orientierungshilfe nutzen, ob ein Beitrag in einer besonders

Für jede Disziplin gibt es eine Reihe von Zeitschriftenrankings. Erkundige dich einfach bei deiner Betreuerin oder deinem Betreuer, welche Rankings für deine Disziplin relevant sind.

In der Betriebswirtschaftslehre gibt es etwas das Ranking „JOURQUAL“ des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft. Dafür haben deutschsprachige BWL-Wissenschaftler jedes ihnen bekannte Journal in Kategorien eingeordnet. Die beste Kategorie ist A+, die für Journals steht, die nur qualitativ exzeptionelle Manuskripte akzeptiert. Die Kriterien der Gutachter sind sehr hochgesteckt und es ist extrem schwer, dort zu publizieren. Auch in der Kategorie „A“ ist es sehr schwer zu veröffentlichen. Die Akzeptanzrate mag ein wenig besser sein als bei A+, aber immer noch sehr niedrig. Nur Arbeiten, die eine relevante Forschungslücke herausarbeiten, eine interessante Forschungsfrage stellen und exzellentes Datenmaterial präsentieren, haben hier eine Chance angenommen zu werden.

Journals der B-Kategorie sind etwas leichter zu erreichen. Der Begutachtungsprozess ist aber auch immer noch sehr hart. Und ehrlich gesagt habe ich manchmal das Gefühl, dass es nur minimale Unterschiede gibt in den Begutachtungsprozessen von A- und B-Journals.
Die Varianz von Journals in der Kategorie C ist sehr hoch. Teilweise finde ich hier exzellente Forschungsarbeiten und manchmal sehr schlechte. Die Qualitätskriterien der C-Journals sind geringer, die Akzeptanzrate höher. Wenn du wenig Erfahrung hast, ist es wahrscheinlich schwieriger für dich zu beurteilen, ob das, was du in diesen Journals liest, wirklich gut ist.

Impact Factor – Indikator wie häufig Beiträge in anderen Beiträgen zitiert werden

Ein weiterer wichtiger Indikator für die Relevanz eines Journals ist der so genannte impact factor. Das ist eine Zahl, an deren Höhe du den Einfluss einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift abschätzen kannst. Er macht eine Aussage darüber, wie häufig sich andere Publikationen auf einen Artikel eines Journals beziehen. Genauer gibt er die Zahl an, wie oft andere wissenschaftliche Beiträge einen in diesem Journal veröffentlichten Beitrag durchschnittlich pro Jahr zitieren. Die impact-Faktoren werden jedes Jahr in den so genannten Journal Citation Reports veröffentlicht. Du kannst die Gesamtliste für deine Disziplin in der Regel über einen Zugang zum „web of science“ oder „web of knowledge“ deiner Universität abrufen. Auch wenn du auf die Webseiten einzelner Journals gehst, findest du dort häufig Angaben über den impact factor. Bitte beachte, dass ein hoher impact factor nicht immer ein Indikator für die Qualität einer Zeitschrift ist. Er sagt lediglich aus, dass dort veröffentlichte Beiträge häufig zitiert werden.

Wenn du wissen willst, wie viele Quellen du zitieren sollst, dann findest du hier einen Blogbeitrag zur empfohlenen Länge eines Literaturverzeichnisses. Wenn du wissen willst, wie du die richtigen Quellen zitierst, dann findest du mehr in meinem Blogbeitrag zur Auswahl „angemessener“ Literaturquellen.

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